Nachtstücke: Unterwegs in der Dunkelheit

Nachtstücke: Unterwegs in der Dunkelheit ist der Titel unserer Herbstausstellung. Das Konzept der Ausstellung ist ein partizipatives, prozesshaftes. Das HdKK ist daher weniger – wie sonst üblich – Ausstellungsort, vielmehr ist es der Startpunkt für viele Aktionen, Touren, Walks mit den Künstler*innen selbst. Die Künstler*innen beschäftigen sich mit Fragen nach dem Spannungsverhältnis, nach den Übergängen und dem Zusammenspiel zwischen öffentlichem Raum in der Dunkelheit, (imaginierter) Gemeinschaft, dem illuminierten Gefühl von Sicherheit, aber auch dem Nicht-Sichtbarem oder Phänomenen wie Gendered Space in Stuttgart.

Forschend und erlebend setzen sich Künstler*innen und Teilnehmende der Fragestellung aus. Partizipativ wird das Publikum zum Teil des Ganzen.
Zur musikalischen Eröffnung laden wir am 17.11.22, 19 Uhr ins Atrium des HdKK ein: mit Lena Meinhardt, Eva Dörr und Pascal Zurek.

Ort: Haus der Katholischen Kirche,
Königstr. 7, Stuttgart
Eröffnung: 17.11.22, 19 Uhr
Dauer: 17.11.22- 07.01.23

Gefördert von der Roman und Gertrud Stetter Stiftung

flanerie. labor für gedanken & gänge: Hinter´s Licht geführt zu werden, um dann im Dunkeln zu tappen
Unter dem Label “flanerie. labor für gedanken & gänge” gestalten Daniela Raab und Tina Saum Audio-Walks, mit denen sie die Lust auf das Flanieren wecken wollen. Für unsere Ausstellung entwickeln sie einen Audio-Walk, der auf das Smartphone heruntergeladen oder an der Infotheke im HdKK ausgeliehen werden kann.

Der Walk (ca. 45 min) ist für einen Spaziergang bei Dunkelheit auf der Königstraße konzipiert, es sind Interviews zum Thema “Lichtverschmutzung” zu hören, aber auch wird das aktuelle, historische, zukünftige Lichtkonzept der Königstraße vorgestellt. Stuttgarter Nachtgestalten kommen ebenfalls zu Wort.


Niki Matita
Niki Matita ist eine in Berlin lebende Künstlerin. 2016 gewann sie den Berliner Hörspielpreis. Seit Januar 2020 macht sie die Radiosendung, La Passante Ecoutante, in der sie spazierend und lauschend verschiedene Orte erkundet. Ihr reisendes Mikroradiostudio KOFFERradio verbindet seit 2019 Ethnographie und Netzwerk. Daran anlehnend wird sie an einem Abend mit einer mobilen Radiostation in der Stuttgarter Innenstadt „on air“ und unterwegs sein, begleitet von interessierten Teilnehmer*innen. Zufällige Begegnungen und verabredetet Talks werden live im Freien Radio und später auf unser Projekt-Website während der Ausstellung im Atrium des HdKK zu hören sein.



Campus Gegenwart (angefragt)
Nach ersten Begegnungen und Überlegungen mit der Leiterin des Campus Gegenwart an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart, Marita Tartari, und den Studierenden, wird für den Eröffnungsabend eine ortspezifische Performance in „dunklen Räumen“ konzipiert.



Ui-Kyung Lee, Jasmin Schädler, Julian Siffert und Helen Weber:
Lava und Düsen: Audioinstallation im HdKK
Lava und Düsen (2020) ist ein Hörspiel, das sich, ausgehend vom Auto als Klangkörper, Fortbewegungsmittel und Projektionsfläche mit Themen wie Imitation und Irritation, mit Künstlich- und Natürlichkeit sowie Maschinellem und Organischem auseinandersetzt. Auslöser waren die Beobachtungen der Künstler*innen nachts auf der Theodor-Heuss-Straße und der Stauffenbergstraße in Stuttgart.

Unter die Haut: Mein Tattoo – Meine Geschichte – beim Katholikentag am Karlsplatz (25.-29.05.22)

Was steckt hinter deinen Tattoos? Sind sie reine Zierde? Oder erinnern sie dich an wichtige Ereignisse und Menschen in deinem Leben? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt unseres Ausstellungsprojektes "Unter die Haut: Mein Tattoo - Meine Geschichte". In einer Ausstellung und einem Booklet erzählen 22 Teilnehmer*innen von sich und ihren Tattoos.
Zum Katholikentag zeigen wir eine Auswahl der Fotografien im öffentlichen Raum am Karlsplatz in Stuttgart.

Das Booklet gibt es hier digital zum Durchblättern und bald an dieser Stelle in Auszügen zum Anhören. Während des Katholikentags liegt das Booklet im Haus der Katholischen Kirche an der Infotheke kostenlos zum Mitnehmen bereit.

Ort: Haus der Katholischen Kirche,
Königstr. 7, Stuttgart

Gefördert von der Roman und Gertrud Stetter Stiftung

Helen Weber: Puszcz imperatory

Das UNESCO Weltkulturerbe Bialowieza-Urwald, auch „letzter Urwald Europas“ genannt, erstreckt sich vom Osten Polens über die Grenze in den Westen Belarus’. Heute lebt die Bevölkerung der Gegend vor allem vom Urwald-
Tourismus, dessen Hauptattraktion wieder ausgewilderte europäische Wisente sind. Seit der frühen Neuzeit ranken sich Mythen, Fantasien und Sehnsüchte sämtlicher Herrschender um die Jagd auf den Wisent, der zum Imperator der Urwalds (Zubr puszcz imperatory) stilisiert wird. Im nationalsozialistischen Deutschland plante der passionierte Jäger „Reichsjagdmeister“ Göring dort eine „germanische Urnatur“ und sah im Wisent den Auerochsen.

Helen Webers Arbeiten beschäftigen sich häufig mit Natur, Wald, Gebirge als Kulturräumen, also dem, was Menschen darin sehen und ihnen zuweisen. Anfang September 2021 reiste sie zu Recherchezwecken nach Bialowieza. Den historischen puszcza suchend, wurde sie mit der Gegenwart konfrontiert. Der Wald ist Teil einer militarisierten Sperrzone, aus der keine Bilder nach außen dringen sollen. Helen Webers Aufzeichnungen, die zum Teil in der Ausstellung zu sehen sind, dokumentieren eine Geschichte, die sich anhand zufälliger Begegnungen selbst zu schreiben scheint.

Ort: Haus der Katholischen Kirche,
Königstr. 7, Stuttgart
Eröffnung neu: Mi, 30.03.22, 19 Uhr
Dauer: 30.03.22- 24.04.22

Gefördert von der Roman und Gertrud Stetter Stiftung

Eröffnung Helen Weber

  • Ronald Kolb im Gespräch mit Helen Weber