Sprache und Schrift als Codes oder System, als erstes Kommunikations- und Informationsmittel, stehen im Fokus unserer aktuellen Ausstellung. Wir zeigen Arbeiten, die Sprache und Schrift u.a. in Bezug auf Religion analysieren bzw. durch den Einsatz von Malerei, Video oder Plastik verfremden und neu interpretieren. Eine völlig neue Perspektive auf allgemein Bekanntes und Tradiertes entsteht.
Uns interessiert, welche Räume sich eröffnen, jenseits der bekannten Mechanismen, welche Poesie entsteht. Sinnlich sind die Ergebnisse allemal.
Künstlerinnen und Künstler: Michael Endlicher, DOMINIK, Tanja Goetzmann, Charwei Tsai, Daphna Weinstein, Johanes Zechner, 0512, u.a.




















Die neunteilige Videoinstallation „Feiertage“, nach der auch die Ausstellung benannt ist, hat ebenfalls die eigene Lebensgeschichte im Fokus. Sie arbeitet bewusst mit dem Mittel der Reduktion. Das Erzählen wird dabei auf ein Minimum reduziert – auf das Zählen. „Feiertage“ stellt neun persönliche Fragen zum eigenen Lebenslauf, die sich mit einer einzigen Zahl beantworten lassen: Wie viele verschiedene Berufe hast du ausgeübt? Wie viele Freunde hast du, auf die du dich verlassen kannst? Wie viele Weihnachtsgeschenke machst du? Wie viele gute Freunde hast du verloren? In wie viele Menschen hast du dich verliebt? Wie viele Jahre deines Lebens bist/warst du verheiratet? Wie viele dir nahe Menschen sind gestorben?
Zu jeder Frage wird ein Video präsentiert, das Menschen zeigt, denen diese Fragen soeben gestellt wurden, und es verfolgt den Prozess bis zu deren Antworten. Man sieht Gesichter, die ihr Leben Revue passieren lassen, Gesichter, die sich von Frage zu Frage weiter ergründen lassen, und hört Antworten, die dazu einladen, in Zahlen zu lesen.









Kommt Religion in der Kunst der Gegenwart vor? Diese Frage wurde lange mit „nein“ beantwortet. Die Frage hat sich inzwischen längst verändert. Nicht das „ob“, sondern vielmehr das „wie“ ist aktuell von Interesse.Das Kulturzentrum bei den Minoriten in Graz bearbeitet diese Fragen seit vielen Jahrzehnten. In Ausstellungen, Theorie, Vorträgen und Publikationen lotet Kurator Johannes Rauchenberger diesen speziellen Fokus in unterschiedlichen Blickachsen jeweils neu aus. Mittlerweile zählt dieses Haus zu den wichtigsten Zentren Europas in der Klärung des Verhältnisses von Religion und Gegenwartskunst.
Mit der inzwischen umfangreichen Sammlung zeitgenössischer Kunst wird er im ersten Halbjahr 2015 bei uns zu Gast sein. Folgende Künstlerinnen und Künstler werden in der Ausstellung vertreten sein: Anna und Bernhard Blume, Adrian Paci, Maaria Wirkkala, Madeleine Dietz, ILA,
Ronald Kodritsch, Petra Sterry, Werner Reiterer, Daniel Amin Zaman, Manfred Erjautz, Hannes Priesch, Danica Dakic, Gerhard Lojen, Fritz Bergler, Nina Kovacheva.














