ORT: Haus der Katholischen Kirche, Königstr. 7, Stuttgart
Zukunftsfragen werden beim Ausstellungsprojekt insight: Zukunft als Praxis nicht als abstrakte Diskussion, sondern als kollektive, körperliche Praxis verhandelt. Im Zentrum steht die Überzeugung, dass Kunst und Performance experimentelle Felder sind, in denen alternative Lebenszusammenhänge vorgeschlagen und erprobt werden können – wenn auch nur temporär. Schon 2019 mit „Small Projects for Coming Communities“ standen diese Betrachtungen im Fokus unseres Ausstellungsprojekts insight:. Daran knüpfen wir an und laden Künstler*innen ein, ihre Ansätze und Fragestellungen mit den Teilnehmenden gemeinsam zu erproben und zu diskutieren.

Beteiligt sind zeitgenössische Künstler*innen, Performer*innen und Choreograf*innen, die an der Schwelle zwischen bildender Kunst und Theater arbeiten, u.a. Emilia Dorr, Byungseo Yoo, Fara Peluso, das Kollektiv Dreaming in Women*, Theo Gomes.

 

Eröffnung: Do 12.11.26, 18:30 Uhr
Dauer: Do 12.11.- Fr 11.12.26, immer Mo – Fr, 9-18 Uhr, an Feiertagen geschlossen.

19.9.2616 - 19:30 Uhr

Wir machen veganes Kimchi – mit Menschen und Bakterien

ORT: Soziokulturelles Zentrum LABYRINTH, Urbanstraße 64, Stuttgart

In Vorbereitung auf das bevorstehende Ausstellungsprojekt „Zukunft als Praxis“ von insight:, das am 12.11. im Haus der Katholische Kirche eröffnet wird, laden wir ein, gemeinsam mit dem Künstler Byungseo Yoo veganes Kimchi zuzubereiten. Im Workshop werden saisonale Zutaten aus der Region verarbeitet und die Grundlagen der koreanischen Fermentierung angewendet. Die Teilnehmenden erkunden bei der Zubereitung, wie Mikroben dabei helfen, Lebensmittel im Laufe der Zeit zu verwandeln. Gemeinsam möchte der Künstler mit den Teilnehmenden “unsere mikrobiellen Freunde wahrnehmen, die uns seit Anbeginn der Menschheit begleiten”.

 

Byungseo Yoo (geb. in Südkorea) lebt in Genf. Durch künstlerische Forschung bewegt sich seine Praxis zwischen Film, Fermentierung und partizipativen Arbeiten und untersucht, wie alltägliche Materialien und Esskulturen Erinnerung, Ökologie und Migration in sich tragen. Er entwickelt fortlaufende soziale Fermentierungsprojekte und ist Mitglied von Visarte Genève.

 

Bitte mitbringen: Schürze, 1-2 kleine Einmachgläser o.ä. und Steine zum Beschweren des eigenen Kimchi.
Workshop in englischer Sprache mit deutscher Übersetzung.
Kooperation mit: Soziokulturelles Zentrum LABYRINTH

 

Mit der Bitte um Anmeldung unter diesem Link. Eintritt frei. Spenden erbeten.

14.11.2611-13 Uhr

insight: Workshop mit der Künstlerin Fara Peluso

ORT: Haus der Katholischen Kirche, Königstr. 7, Stuttgart
Die Künstlerin Fara Peluso entwirft mit ihrem Projekt „Synthenesis“ ein Szenario für die nahe Zukunft, in dem Menschen Spirulina-Algen als Nahrungsquelle selbst anbauen und in ihren Alltag sowie ihre Rituale integrieren können – mithilfe „lebender Maschinen“, die diesen Syntheseprozess unterstützen.

„Synthenesis“ entwirft und beschreibt sie selbst als eine solche lebende Maschine: eine Kunstinstallation, die ein hybrides Organ aus menschlichen und nicht-menschlichen Bestandteilen darstellt – in Anlehnung an das menschliche Gehirn und das „Bauchhirn“ (das enterische Nervensystem). Durch eine chemische Reaktion der Sphärisierung – ein Verfahren aus der Molekularküche, bei dem eine Flüssigkeit in eine Gelmembran aus Natriumalginat und Calciumchlorid eingeschlossen wird – entstehen synthetische, essbare Spirulina-Perlen.

 

Das Projekt hinterfragt unsere Möglichkeiten zur Gestaltung der Zukunft und thematisiert dabei Aspekte wie Fürsorge, Entscheidungsfindung und Selbstbefähigung (Empowerment). Im Workshop beschreibt die Künstlerin anhand der Installation in der Ausstellung ihre Arbeit und ihr Vorgehen und beteiligt die Teilnehmenden aktiv daran.

“Synthenesis“ ist im Rahmen einer Kollaboration mit QuoArtis (ES) entstanden und wurde durch EU-Fördermittel „Tiling Roots & Seeds 2024 – 2025“ finanziert.

 

Fara Peluso untersucht in ihrer künstlerischen Arbeit Möglichkeiten, eine tiefere Verbindung zwischen dem Menschen und der Natur, lebenden Organismen sowie biologischen Prozessen herzustellen; v.a. befasst sich Fara Peluso intensiv mit der Erforschung von Algen; sie lässt sich von ihnen inspirieren und untersucht deren „Poesie“ sowie ihre Eigenwirksamkeit. Die Künstlerin studierte Industriedesign an der Architekturfakultät der Universität „La Sapienza“ in Rom. Heute lebt sie in Berlin.

 

Mit der Bitte um Anmeldung unter diesem Link. Eintritt frei.


14.11.16 - 19:30 Uhr

Go-Go Sourdough Udon Dancing Platform mit Byungseo Yoo

ORT: Soziokulturelles Zentrum LABYRINTH, Urbanstraße 64, Stuttgart

Im Rahmen des Ausstellungsprojekts insight: Zukunft als Praxis laden wir ein, gemeinsam mit dem Künstler Byungseo Yoo an einer partizipativen Performance zur Herstellung von Udonnudeln teilzunehmen, die Bewegung, Klang, Fermentierung und gemeinsames Kochen vereint.

Inspiriert von traditionellen japanischen Methoden der Udon-Nudelherstellung kneten die Teilnehmer*innen den Teig zu rhythmischer Musik mit den Füßen und verwandeln so den Zubereitungsprozess in eine gemeinschaftliche kulinarische Praxis. Die Verarbeitung wird zu Choreografie, Rhythmus und Dialog – eine verkörperte Erkundung ökologischer Interdependenz, mikrobiellen Lebens und kollektiver Transformation. Gemeinsam bereiten wir frische Udon-Nudeln zu, reflektieren über die unsichtbaren Prozesse, die das tägliche Leben erhalten, und lassen den Abend bei einem gemeinsamen Essen mit hausgemachten Udon und Kimchi ausklingen. Ein Zukunftsmodell des gemeinsamen Essens und Feierns.

 

Byungseo Yoo (geb. in Südkorea) lebt in Genf. Durch künstlerische Forschung bewegt sich seine Praxis zwischen Film, Fermentierung und partizipativen Arbeiten und untersucht, wie alltägliche Materialien und Esskulturen Erinnerung, Ökologie und Migration in sich tragen. Er entwickelt fortlaufende soziale Fermentierungsprojekte und ist Mitglied von Visarte Genève.

 

Bitte mitbringen: Eigene Schürze.
Workshop in englischer Sprache mit deutscher Übersetzung.
Kooperation mit: Soziokulturelles Zentrum LABYRINTH

 

Mit der Bitte um Anmeldung unter diesem Link. Eintritt frei. Spenden erbeten. 

18.11.2617 - 19:30 Uhr

„someone in some future time will think of us“ (Sappho, Fragment 147), Gemeinsames Lesen mit Dreaming in Women*

ORT: Haus der Katholischen Kirche, Königstr. 7, Stuttgart
Das Kollektiv Dreaming in Women* nutzt den öffentlichen Raum für gemeinsames lautes Lesen: als Intervention, Konversation, poetische Recherche, als Protest, Performance und Zusammenkunft. Im Rahmen der Ausstellung lesen wir queerfeministische Texte über vergangene und zukünftige Gemeinschaften, u. a.
von Sappho, Anne Carson, Kae Tempest, Christine de Pizan und anderen utopischen Poet*innen – und hinterlassen Spuren aus den Texten in der Ausstellung.
Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten.

Mit der Bitte um Anmeldung unter diesem Link. Eintritt frei. 

21.11.2610 - 14 Uhr

Post-Money Alliance – First Assembly mit Theo Ferreira Gomes

Die Post-Money Alliance sucht Mitstreiter*innen, die es wagen, über unsere finanzialisierte Gegenwart hinauszuträumen! Monetäre Kontrolltechnologien – von der Bezahlkarte für Geflüchtete bis hin zu programmierbarem Geld – machen zunehmend sichtbar, wie die Gestaltung von Geldsystemen begrenzt, wer teilnehmen, entscheiden und sich bewegen darf. Doch die Finanzialisierung durchdringt auch unsere Vorstellungskraft und täglichen Gewohnheiten: Wir investieren in unsere Gesundheit, unsere Bildung, unsere Beziehungen und unsere Zukunft.
Werde versuchsweise Teil der Post-Money Alliance – einer spekulativen Organisation, in der die tief in uns eingeschriebene Psychologie des Geldes graduell aufgelöst wird. Gemeinsam betreten wir unbekanntes Terrain und fragen: Wie können wir Geldkreisläufe nutzen, um uns von der falschen Münze unserer Träume zu befreien?

 

Theo Ferreira Gomes ist ein transdisziplinärer Forscher, der in den Bereichen Kuratieren, Gemeinschaftsprogramme und Klang tätig ist. Seine jüngsten Arbeiten umfassen Themen wie Finanzialisierung und Gemeinschaftswährungen sowie die Politik des Schweigens.

Mit der Bitte um Anmeldung unter diesem Link. Eintritt frei. 

21.11.2615 - 17 Uhr

Anarchive of Encounters

ORT: Treffpunkt Staatsgalerie Stuttgart (15 Uhr), danach gehen wir gemeinsam ins Haus der Katholischen Kirche
„Anarchive of Encounters“ ist ein performatives Angebot, das versucht, Archivmaterialien in institutionelle Kontexte zu integrieren. Indem das Projekt das kollektive Zusammenkommen als lebendiges Medium nutzt, um mit dem ausgestellten Archiv zu interagieren, untersucht es unseren eigenen Einfluss auf ein institutionelles Archiv und lotet verschiedene Beziehungsebenen aus: zwischen den Körpern selbst, zu den historischen Dokumenten und zu dem Ereignis, das gemeinsam erlebt wird. Indem diese Beziehungen ins Spiel gebracht werden, reflektiert die Erfahrung darüber, wie eine flüchtige Begegnung, die diese Materialien verändert und ihnen Leben einhaucht, in der Gegenwart Teil des Archivs selbst wird und dabei eine Frage in der Luft hängen lässt: Wie kann eine flüchtige Handlung auch in Zukunft die Umgebung prägen?

 

Emilia Dorr (1992) ist eine argentinische Performancekünstlerin und Produzentin, deren interdisziplinäre Arbeit Choreografie, Theater und ortsspezifische Kunst miteinander verbindet. In ihrer künstlerischen Forschung beschäftigt sie sich mit dem Körper, der Bewegung und dem gesprochenen Wort im Zusammenhang mit den Dynamiken des Zusammenlebens, institutionellen Grenzen sowie persönlicher und kollektiver Handlungsfähigkeit in spezifischen Kontexten.

 

Mit der Bitte um Anmeldung unter diesem Link. Eintritt frei. 

 

Im Anschluss Talk mit der Künstlerin Emilia Dorr und Dr. Elke Allgaier, Kuratorin Archive / Ressort Moderne und Zeitgenössische Kunst, Staatsgalerie Stuttgart, moderiert von Ronald Kolb, Kurator und Researcher.

Kuratorium insight:

Ronald Kolb: Kurator, Researcher, Künstlerische Leitung der Arthur Boskamp-Stiftung, M.1 Hohenlockstedt
Florian Model: Künstler und Kurator, Stuttgart und Berlin
Maria Dis: Kunsthistorikerin, Leiterin des Projekts insight: im KBW Stuttgart e.V.